Thomas W. hat auf Google+ einen Link auf eine Webseite gesetzt, auf welcher es Ausführungen dazu gab, wie die Sparkasse Oberösterreich mit Kunden umgeht, die auf Rechenfehler der Bank hinweisen. (Siehe: "Die Sparkasse Oberösterreich kann nicht rechnen") Die Sparkasse Oberöstereich klagte daraufhin auch W. auf Unterlassung und Widerruf - mit Erfolg.
Ganz besonders brisant ist die Urteilsbegründung: "Eine intellektuelle Beziehung des Verbreiters zu den weitergegebenen Gedankeninhalten ist nicht erforderlich. Es genügt bereits das technische Verbreiten ... auch wenn man sich mit dessen Äußerungen nicht identifiziert". Dieses Urteil würde bedeuten, dass jeder, der einen Link zu einer Website postet, auch für deren Inhalt verantwortlich ist. Jeder, der ein wenig Erfahrung mit sozialen Medien hat (wozu die Urteilenden des Landesgerichts Linz offensichtlich nicht gehören), weiß, dass dies praktisch das Ende der sozialen Medien - wie wir sie bisher kennen - bedeutet.
Es ist auch klar, was dies für die Meinungsfreiheit bedeutet: Meinungen dürfen nur mehr dann frei geäußert werden, solange diese keine Kritik an konkretem Verhalten von Banken beinhält. Willkommen in der Bankokratie!

Der Fall Thomas W. in den Medien:

Teures Posting im sozialen Netzwerk

Urteil: Wer Link postet, ist für Inhalt verantwortlich

Link gepostet - 18.900 Euro Strafe

Das Schandurteil des Landesgerichts Linz hat auch über Österreichs Grenzen hinaus Befremden ausgelöst: Linksetzung in sozialen Netzwerken kann teuer werden